Klavierabende

09.05.2018

Gilles Vonsattel

George Benjamin: »Shadowlines«, Six Canonic Preludes for Piano solo
Anton Webern: Variationen für Klavier op. 27
Johannes Brahms: Vier Klavierstücke op. 119
Robert Schumann: Fantasie C-Dur für Klavier op. 17

Die kleinen und die großen Formen erscheinen wie Pole, zwischen denen sich die Geschichte der musikalischen Komposition bewegt: Dem Willen zum knappen, komprimierten Ausdruck wirkt der Drang in die Weite entgegen. Doch die Übergänge zwischen den konträren Prinzipien sind fließend. George Benjamin entwickelt seine sechs Kanonstücke aus einem knappen Anfang und dehnt die Dimensionen sukzessive: Er vergrößert die Form. Webern verwandelt expressionistische Momentaufnahmen in Verläufe von größerer Spannweite. Im pianistischen Spätwerk kam Brahms auf die Kunst der Charakterstücke zurück, dehnt diese aber in der Rhapsodie bis an die Grenze zur großen Form. Schumann verwandelt in seiner Fantasie die romantische Gestalt des Wanderers in ein Formkonzept: Das imaginäre Ich zieht an unterschiedlichen musikalischen Situationen, gleichsam an Stücken im Stück, vorbei, holt sie ins Gedächtnis, besucht sie erneut, um sich dann Anderem zuzuwenden. Die große Form entsteht als Passage zwischen den kleinen. 

Einführung: 18:30 Uhr, Jagdsaal

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ORT: Schwetzingen
BEGINN: 19:30 Uhr   |   EINLASS: 19:15 Uhr
SAAL: Mozartsaal, Schwetzinger Schloss / Linker Zirkel

Mozartsaal, Schwetzinger Schloss / Linker Zirkel

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